Reinhard Stritter wird Ehrenmitglied

vlbs-Rheinland Pfalz würdigt langjähriges Engagement für den Verband

Im Rahmen einer Vorstandssitzung des vlbs-Bezirksverbandes Koblenz wurde Reinhard Stritter vom BV-Vorsitzenden, Willi Detemple, am 21. Januar 2011 mit Dank und Anerkennung für seine geleistete Arbeit verabschiedet.
Die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft im vlbs Rheinland Pfalz hatte Ulrich Brenken als Landesvorsitzender ihm auf der Jahresabschlusssitzung des vlbs-Landesvorstandes überreicht und ihn für sein verbandspolitisches Leben und sein Engagement für den vlbs gewürdigt.
Reinhard Stritter wird immer als der "Mister Faktor" bekannt bleiben, denn auch seinem langjährigen und unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass seit dem Schuljahr 2008/2009 keine Lehrerin und kein Lehrer für Fachpraxis mehr im fachpraktischen Unterricht eine Unterrichtsverpflichtung über dem für die Lehrkräfte des höheren Dienstes üblichen Regelstundenmaß hat.
Mit 33 Jahren war Reinhard Stritter im Jahr 1975 Gründungsmitglied des vlbs-Ausschusses der "Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis" (früher "Ausschuss der Fachlehrer"). 1979 wurde er zum Vorsitzenden dieses Ausschusses gewählt und hatte dieses Amt über die aktive Dienstzeit hinaus bis zum vlbs-Berufsschultag im September 2010 inne.
Schon im Jahr 1975 hatte er es als ungerecht empfunden, dass "Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis" im gewerblich-technischen Bereich und zwar nur dort, eine um den Faktor 1,64 mal höhere Unterrichtsverpflichtung hatten als Lehrerinnen und Lehrer des höheren Dienstes. Dieser Faktor konnte im Laufe der nächsten 30 Jahre zwar schrittweise auf 1,46 oder 1,2 und schließlich auf 1,0 gesenkt werden, aber dafür waren ständige Gespräche mit den zuständigen Politikern im Landtag und in der Regierung nötig, von denen Reinhard Stritter viele persönlich kannte. Dennoch war die Reduzierung des Faktors kraftraubend und auch fünf Prozesse, die der vlbs für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen führte, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Dieses zu bohrende Brett war, so betonte Ulrich Brenken in seiner Laudatio, sehr dick.
Im Jahr 2006 organisierte der vlbs-Ausschuss für "Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis" unter der Federführung von Reinhard Stritter eine Unterschriftenaktion zur Abschaffung des als nicht mehr zeitgemäß empfundenen Faktors. Obwohl an berufsbildenden Schulen nur etwa 400 Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis unterrichten, unterschrieben 1400 Kolleginnen und Kollegen die Forderung nach der Abschaffung des Faktors.


Auf die Initiative von Reinhard Stritter geht auch zurück, dass heute ca. 20 Prozent aller Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis in die Besoldungsgruppe A 12 (oder entsprechend nach TV-L) aufsteigen können. Nach einem sogenannten Einweisungsjahr und einer Aufstiegsprüfung werden diese Kolleginnen und Kollegen zu "Fachlehrerinnen und Fachlehrern mit beratenden Aufgaben" ernannt. In langwierigen Verhandlungen zwischen dem vlbs und dem Ministerium mussten die Bedingungen für diese Aufstiegsmöglichkeit erst erkämpft werden.
Reinhard Stritter absolvierte Anfang der 60 er Jahre in den Krankenanstalten der Diakonie in Bad Ems eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. Während der dualen Ausbildung besuchte er als Berufsschüler die berufsbildenden Schulen in Diez und Bad Ems.

Nach dem Ableisten des Wehrdienstes arbeitete er bei der Firma "Dyckerhoff Zement" und legte 1968, 26 jährig, die Meisterprüfung vor der HWK Wiesbaden ab. Das Meisterstück, die "Steuerung und Energieversorgung der Entstaubungsfilteranlage" soll sogar heute noch arbeiten.

Nach dem Ablegen der Prüfung zum "Fachlehrer für arbeitstechnische Fächer" trat Reinhard Stritter im Oktober 1970 in den Schuldienst des Landes Hessen ein. Auf Grund seiner besonders guten Prüfung wurde er, so wie es das Gesetz damals in Hessen vorsah, nicht in der Besoldungsgruppe A 10, sondern in A 11 eingestellt. Die berufsbildende Schule in Hanau mit etwa 5000 Schülern der Fachrichtung Elektro- und Metalltechnik war seine erste Station als Lehrer. Im Jahr 1974 wechselte er in das Bundesland Pfalz und zwar an die berufsbildende Schule in Boppard. Bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2006 unterrichtete er dort mit großem Engagement viele Generationen von Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule Elektrotechnik sowie des Berufsvorbereitungsjahres. Für ihn war es auch selbstverständlich, dass er während dieser Zeit immer Mitglied im Prüfungsausschuss der HWK war, zuletzt als Vorsitzender.
Über 20 Jahre lang war Reinhard Stritter Mitglied im Bezirkspersonalrat für Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen bei der damaligen Bezirksregierung Koblenz. Natürlich setzte er sich auch hier mit großer Leidenschaft für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen ein.
Mit genauso viel Enthusiasmus war er auch zeit seines Berufslebens und darüber hinaus kommunalpolitisch aktiv, sei es z.B. als Mitglied im Orts- und Verbandsgemeinderat oder als Erster Beigeordneter.
Seit dem Ende seiner aktiven Dienstzeit ist Reinhard Stritter noch lange nicht im Ruhestand. Vielmehr vertritt er "seine" Lehrergruppe seitdem als Bundesexperte im BLBS, dem Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen. Da in jedem der 16 Bundesländer die Bedingungen für "Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis" anders sind, versucht er diese große Vielzahl von Informationen zu entwirren und für die Kolleginnen und Kollegen vergleichbar zu machen.
Auch als Ehrenmitglied des vlbs-Landesverbandes denkt Reinhard Stritter also noch keineswegs an ein Aufhören in der Verbandspolitik. Dafür, so sagt er, sei er zu viele Jahre mit Herzblut für den vlbs aktiv gewesen.