Informationsveranstaltung zum Thema Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

(Andreas Hoffmann) Am 12.05.2016 fand an der Julius-Wegeler-Schule in Koblenz eine Informationsveranstaltung des Bezirksverbandes Koblenz zum Thema Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) statt. Willi Detemple, der Vorsitzende des Bezirksverbandes Koblenz, konnte für diese Veranstaltung Prof. Rose, den stellvertretenden Leiter des Instituts für Lehrergesundheit (IfL) Mainz, als Referenten gewinnen.

 

Zielsetzungen eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements sind die Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen bei der Eingliederung nach einer mehr als sechswöchigen Dienstunfähigkeit sowie die Förderung der Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit von Lehrkräften.


BEM2Von derzeit ca. 200 Fällen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements, die unter der Federführung des IfL stattfanden, konnten bisher knapp die Hälfte abgeschlossen werden. In 80 Fällen konnte eine volle Dienstfähigkeit erhalten werden, in 2 Fällen ergab sich eine eingeschränkte Dienstfähigkeit mit reduziertem Stundendeputat durch amtsärztliche Entscheidung, in 2 Fällen wurde letztendlich eine Dienstunfähigkeit attestiert.
Zukünftig, so Prof. Rose, wird das IfL nach ca. 6 Monaten bei den Kolleginnen und Kollegen nachfragen, ob das BEM Erfolg hatte. Dies ist, so Prof. Rose, nicht als Repressalie zu verstehen, sondern hierdurch soll die Beratung und der BEM-Prozess weiter verbessert werden.
Generell hat sich das BEM unter der Federführung des IlF etabliert. Dies zeigen auch die Fallzahlen, die kontinuierlich steigen. Überproportional häufig wird BEM jedoch an berufsbildenden Schulen angeboten, was nicht allein durch den höheren Altersschnitt erklärt werden kann. Mit ca. 30% der Fälle eines BEM fällt der größte Anteil der BEM Fälle in den Bereich der berufsbildenden Schulen. An zweiter Stelle stehen die Förderschulen mit ca. 16%.
Für die Dauer eines BEM-Verfahrens gibt es keine zeitliche Limitierung. Wenn aber absehbar ist, dass die Maßnahme einer betrieblichen Eingliederung keinen Erfolg bringt, wird sie abgebrochen und die Dienstfähigkeit der betreffenden Lehrkraft erneut eingeschätzt. Über die Frage der Dienstfähigkeit muss allerdings die ZMU Befinden.
Die Unterlagen zum BEM werden separat von der Personalakte aufbewahrt und nach einer Aufbewahrungsfrist von 3 Jahren vernichtet. Der Abschlussbericht des BEM kommt in die Personalakte.
Neu im Kontakt mit dem IfL ist die bevorstehende Einführung einer telemedizinischen Sprechstunde. Eine Softwareinstallation ist hierfür nicht erforderlich. Die telemedizinische Sprechstunde stellt ein zusätzliches Beratungsangebot dar und ermöglicht neben dem Sichtkontakt der Gesprächspartner auch den Austausch von Dokumenten und die gemeinsame Einblicknahme. Verwendet wird die Software adobe connect als Tool des deutschen Forschungsnetzes (Verein der Deutschen Wissenschaft), dessen Server in Deutschland stehen, die laut Prof. Rose auch eine hohe Datensicherheit gewährleisten.

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