Martin Mueller kleinBezirksverband Koblenz: Digitale Bildung – die neue Herausforderung für die berufsbildenden Schulen

Am 24. Mai 2018 fand in der BBS Julius-Wegeler-Schule in Koblenz eine Veranstaltung des vlbs Bezirksverbandes Koblenz zur digitalen Bildung statt, in der ein Modell einer digitalen Lernplattform zur Umsetzung berufspädagogischer Didaktik präsentiert wurde. Als Referenten konnte der BV Koblenz OStD Martin Müller, den Leiter des Studienseminars BBS in Trier, gewinnen.

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand das vom Referenten entwickelte Projekt „Kompetenzorientiertes Lernen an berufsbildenden Schulen (KOOL)“  und die zugrunde liegende These, dass digitale Innovationsprozesse von Endanwendern unter deren Beteiligung in Projekten entwickelt werden können.

Eine wesentliche Voraussetzung für das Projekt KOOL-BBS sieht Martin Müller im Wagen von regionaler Autonomie, was z.B. hinsichtlich der Struktur von Digitalisierung, didaktischen Standards sowie der Positionierung und Intention einer Lernplattform von Bedeutung ist. Als Ausgangssystem ist in Abstimmung mit den zurzeit zehn Ausbildungsschulen und dem Studienseminar des Ausbildungsbezirks Trier die APP „DAKORA“ gewählt worden.

Bei DAKORA handelt es sich um eine digitale Lernplattform, mit der Differenzierung lernwirksam und pragmatisch umsetzbar sein soll. Dementsprechend sollen Lernenden unter individuellen Gesichtspunkten Lernmaterialien zugewiesen werden können. Dabei kann es sich sowohl um einzelne Lernende, Kleingruppen oder um die gesamte Lerngruppe handeln. Eckpunkte der didaktischen Struktur sollen Lernfeld- und Kompetenzorientierung, Handlungssystematik und die EQul Lehr-Lern-Kultur (LLK) als Ausgangspunkt sein.

Die Lernaufgaben sind lernprozessorientiert und folgen dem Prinzip der vollständigen Handlung. Sie ermöglichen mit Selbstlernmaterialien eigenverantwortliches Lernen. So können Schülerinnen und Schüler zusätzliche Lernmaterialien auswählen und einen persönlichen Planungsspeicher erstellen, von dem aus Lernmaterialien in einen Wochenplan verschoben werden können. Durch den Zugriff beider Seiten (Lehrerende und Lernende) auf diesen Wochenplan wird dieser interaktiv.

Nach der Bearbeitung des Lernmaterials durch die Schülerinnen und Schüler geben diese der Lehrkraft Rückmeldung oder senden die Bearbeitung auf digitalem Wege ab. Auch eine Selbsteinschätzung durch die Lernenden ist möglich.   

Den Vorteil von KOOL-BBS in Verbindung mit digitaler Bildung sieht Martin Müller in der Chance, differenzierte Lernarrangements im Unterrichtsalltag umzusetzen, indem z.B. kleine Lerngruppen in unterschiedlichen Berufen unterrichtet werden können. Idealerweise könnte sich hiermit die Möglichkeit auftun, Berufsausbildung in den Regionen zu erhalten.

Im Laufe der Diskussion mit Martin Müller entwickelten sich einige wichtige Fragen, wie z.B. die nach den technischen Voraussetzungen für KOOL-BBS. Hier hofft Müller auf die Digitalstrategie des Landes, in deren Zuge Schulen ein Budget zuerkannt werden sollte, über das sie dann selbst entscheiden. Darüber hinaus erachtet er regelmäßige Treffen der Beteiligten zum Austausch ihrer Erfahrungen für unabdingbar, wobei Entlastungsstunden nicht angedacht seien, da es „aus eigener Kraft gehen“ müsse. 

Abschließend waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass angesichts der eher geringen Akzeptanz von Moodle die Benutzerfreundlichkeit für alle Beteiligten im Mittelpunkt der Entwicklungen stehen sollte. Dies soll, so der Referent, auch durch Lernbegleitung und – beratung ermöglicht werden. Martin Müller sieht in „DAKORA“ eine weitgehend selbsterklärende Lernplattform, die den vielfältigen Anforderungen bereits in mehrfacher Hinsicht entspricht und zieht das Fazit „Es muss Freude machen, die Lernplattform zu nutzen.“

Martin Mueller