Bild 0(Andreas Hoffmann) Wie stets haben Ortsverbandsvorsitzende, Schulvertrauensleute und Ausschussvorsitzende aus dem Bezirk die Einladung von Willi Detemple, dem Vorsitzenden des vlbs Bezirksverbandes Koblenz und stellvertretendem Landesvorsitzenden wahrgenommen und sind zahlreich zur Bezirksvertreterversammlung an die BBS Boppard gekommen.

 

Uschi Killing, Alexandra Völkel, und Peter Kockelmann übernahmen als Vertreter des Ortsverbandes Boppard die Organisation vor Ort und sorgten für das leibliche Wohl der Sitzungsteilnehmerinnen und –teilnehmer.
Nach der Neuwahl des Vorstands, bei der Willi Detemple einstimmig als Vorsitzender des Bezirksverbandes Koblenz wiedergewählt wurde, berichtete er der Versammlung über die Inhalte der im Herbst 2017 geführten Gespräche des vlbs-Landesvorstandes mit den bildungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen von SPD, CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Weiterhin informierte er u. a. über Aspekte der Dokumentation der Arbeitszeit von Lehrkräften und gab Hinweise zum Umfang der Freistellung für die Arbeit der Örtlichen Personalräte.
Willi Detemple hat in der letzten Ausgabe von vlbs-Aktuell einen Beitrag zur Dokumentation der Arbeitszeit formuliert. Die Sichtweise des vlbs basiert auf dem sogenannten „Ahnenbrief“ von 2004 und dem Schreiben des Bildungsministeriums zu Beginn des Schuljahres 2017. Der vlbs sieht aufgrund des Landesrechnungshofberichtes keine Notwendigkeit, seitens der Schulleitungen eine Verrechnung von Minus- und Plusstunden vorzunehmen. Des weiteren, so Willi Detemple, vertritt der vlbs die Auffassung, dass sich aufgrund der beiden genannten Schreiben keine Notwendigkeit für die Einführung sogenannter Arbeitszeitkonten an Schulen ergibt.
Hinsichtlich der Freistellung der Örtlichen Personalräte erreichen den BPR immer noch Anfragen. Die gesetzliche Grundlage für die Vergabe der Freistellungsstunden finden sich in den §§ 39 und 40 des LPersVG.
Willi Detemple empfahl, mit der Schulleitung eine schriftliche Vereinbarung über den Umfang der Freistellung des Örtlichen Personalrates abschließen. Grundlage hierfür sei die Dienstvereinbarung des ehemaligen Ministeriums für Bildung und Kultur (MBK) mit den Hauptpersonalräten der Schulen aus dem Jahre 1993. Bei Abschluss einer solchen Vereinbarung seien die folgenden Punkte zu berücksichtigen:
• Inanspruchnahme von pauschalierter Dienstbefreiung gem. § 39 (2) LPersVG – beispielsweise bei der Durchführung der PR-Sitzungen außerhalb der Unterrichtszeit und dem Verzicht auf Besuche am Arbeitsplatz während der Unterrichtszeit.
• Inanspruchnahme von Freistellungsstunden gem. § 40 (2) LPersVG nach dem so genannten 450er Teiler, der vom MBK zugrunde gelegt wurde: Freistellungsquote (F) = Beschäftigtenzahl (B) x Lehrerwochenstundensoll (LWS) / 450
Unter den Beschäftigtenbegriff fallen alle in der jeweiligen Schule tätigen Personen, die in einem Dienst- und Arbeitsverhältnis zum Land Rheinland-Pfalz stehen (z.B.: Lehramtsanwärter /-innen, Fachleiter /-innen, PES-Kräfte, die länger als 2 Monate beschäftigt sind etc.). Es wird die Zahl der Beschäftigten zu Beginn des Schuljahres zugrunde gelegt. Die Addition der sich aus § 40 (2) LPersVG und § 39 (2) LPersVG ergebenden Freistellungsstunden ergibt die Gesamtanzahl der Freistellungsstunden des Personalrates
Heidi Bonni berichtet aus der neu formierten Arbeitsgemeinschaft zur generalisierten Pflegeausbildung. „Die Dringlichkeit der Pflegereform bedingt einfach die Notwendigkeit zur Gründung eines solchen Arbeitskreises“, so Heidi Bonni. Erste und wichtigste Forderung der AG ist, dass das Bildungsministerium die Verantwortung für die Generalistik der Pflegeausbildung übernimmt., damit die Ausbildung an den BBSn stattfinden kann.
Grundsätzlich soll Pflege so reformiert werden, dass es nicht mehr den/die Krankenpfleger/in, den /die Kinderkrankenpfleger/in oder den/die Altenpfleger/in gibt, sondern es soll in einer 3jährigen Ausbildung eine Pflegefachkraft ausgebildet werden, wobei im 3. Ausbildungsjahr eine Spezialisierung stattfinden soll. Nach sechs Jahren wird durch eine Evaluation festgestellt, ob die Spezialisierung in ausreichendem Maße nachgefragt wird und weiterhin angeboten wird oder nicht. Aller Voraussicht nach wird die Altenpflege nicht von der Generalisierung profitieren, weil sie der unattraktivste der drei Tätigkeitsbereiche ist. Hinzu kommt, dass momentan die Altenpflegehilfe für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler als Ausbildungsangebot existiert. Dieser Bereich muss ebenfalls reformiert werden, damit leistungsschwächere Schüler den Anschluss in der Generalisierung nicht verlieren. Generell herrscht die große Sorge, dass es zukünftig viel weniger Beschäftigte im Bereich der Altenpflege geben wird als im Augenblick. Damit die Ausbildung 2020 starten kann, ist die Qualifizierung der Praxisanleitungen notwendig. Die Kolleginnen und Kollegen, die diesen Bereich unterrichten, müssen jetzt weiterqualifiziert werden, damit sie in der Lage sind, die generalisierte Pflegeausbildung durchzuführen. Krankenhäuser, Kinderkrankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen müssen Kooperationsverträge schließen können, damit auch sichergestellt ist, dass alle Bereiche abgedeckt werden. Des weiteren muss das Schulgesetz geändert werden, dies braucht auch den nötigen Vorlauf. Diese aufgezählten Punkte müssen im Frühjahr 2018 vom Land entschieden werden, damit 2020 die Pilotphase der generalisierten Pflegeausbildung beginnen kann.

Uschi Killing und Thorsten Hachmer berichteten aus dem Hauptpersonalrat u.a. die „Roadmap“ für die Umsetzung der Ergebnisse aus dem Modellversuch BS 20 in Rheinland-Pfalz. Ab nächstem Schuljahr ist eine intensive Beratung und Unterstützung der Schulen durch die ADD zur Entwicklung alternativer Beschulungskonzepte und Organisationsformen im Bereich der Berufsschule geplant: Dabei handelt es sich um die in der Expertengruppe zur Weiterentwicklung der BBS bereits beschriebenen „runden Tische“. Kernthemen sind die mögliche Auflösung von Klassen zugunsten flexibler, berufs- und bildungsgangübergreifender Lerngruppen, selbstgesteuertes Lernen durch Online-Lernplattformen, webbasierte Lernarrangements ohne persönliche Betreuung durch Lehrkräfte in der Lernzeit der Schülerinnen und Schüler und ein stärkerer Fokus auf Lehrkräfteteams, die eigenverantwortlich Unterricht organisieren. Zielsetzung aller dieser Reformbestrebungen ist nach Aussage des Bildungsministeriums ausdrücklich der Erhalt der Berufsschulklassen in der Fläche - aber mit deutlich veränderten berufspädagogischen und organisatorischen Rahmenbedingungen als bisher - um den Vorgaben der Fachkräftestrategie des Landes zu entsprechen. Die Ergebnisse des Schulversuchs BS20 münden in Kürze in einen neuen Modellversuch „BBS 4.0“, in dem eine stärkere Einbindung digitaler Prozesse zur Schulverwaltung und die Kompetenzvermittlung mit den Schülerinnen und Schülern in digitalen Selbstlerneinheiten ohne Lehrkräftepräsenz im Unterricht erprobt werden sollen.

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