HBF Reform 2017 1Info-Veranstaltung des BV-Koblenz zur beabsichtigten HBF-Reform

(MP) Der BV-Koblenz lud am 27. April alle interessierten Kolleginnen und Kollegen zu einem Dialog zur beabsichtigten Reform der Höheren Berufsfachschule mit dem Leiter der Abteilung Berfusbildende Schulen im Bildungsministerium, Ministerialdirigent. Walter Wahl und dem vlbs-Landesvorsitzenden Harry Wunschel an die BBS Andernach ein.

Der Vorsitzende des BV Koblenz, Willi Detemple, begrüßte die Anwesenden und bedankte sich beim Schulleiter der BBS Andernach, Herrn Finkenrath, für die Gastfreundschaft und bei Steffi Kölsch, der Ortsverbandsvorsitzenden, für die Organisation der Veranstaltung vor Ort. Herr Finkenrath begrüßte die anwesenden Kolleginnen und Kollegen und wünschte der Veranstaltung einen guten und ertragreichen Verlauf.

 

Willi Detemple hob zu Beginn hervor, dass die beabsichtigte Reform der HBF, die schon der 3. Anlauf seit 2012 sei, die Gemüter erhitze. Er stellte die Frage, ob es eine Reform sei, die die BBS qualitativ wirklich voranbringen werde. Ihn treibe die Sorge um, dass hier das „Totenglöckchen“ der HBF in dem Konkurrenzkampf zwischen den FOS, die kränkelten und nicht den gewünschten Erfolg brächten und den nicht unter zu kriegenden HBF, geläutet würde. Vielleicht solle so die FOS gepuscht werden, so Willi Detemple. Von Herrn Walter Wahl erhoffe er sich, durch die Veranstaltung positive Botschaften zu erhalten, die diese Reform sinngebend und zielführend erscheinen liese und nicht den Charakter eines „Sparmodell“ habe. Harry Wunschel, als kritischer Geist, werde die Gefahren der geplanten HBF-Reform aufzeigen. Im Anschluss an die beiden Referenten folge ein konstruktives Streitgespräch zwischen den beiden Referenten unter der Moderation des BV-Vorsitzenden. Im letzten Teil der Veranstaltung sollen Fragen aus dem Publikum an die Referenten von diesen beantwortet werden, so Willi Detemple.HBF Reform 2017 3

Walter Wahl, der seit 2012 Leiter der Abteilung BBS im Bildungsministerium ist, begann damit, dass die Reform der HBF aus dem Auftrag der Expertenkommission zur Weiterentwicklung der BBS und aus den veränderten Realitäten in den berufsbildenden Schulen entstanden sei. Die letzte durchgeführte Reform habe 2005stattgefunden. Damals gab es andere Voraussetzungen als heute. Aus damaliger Sicht waren die vielen Bildungsgänge richtig, da es viele Schülerinnen und Schüler mehr gab als Ausbildungsplätze zur Verfügung standen. Heute zeige sich ein ganz anderes Bild, so Walter Wahl. Es gibt in der HBF heute noch immer ca. 9000 Schülerinnen und Schüler, in den FOS nur etwa 2000. Dies stellt keine Bedrohung der HBF dar. Zudem kränkeln einige der 32 FOS-Standorte.

Für Walter Wahl stellt sich die Frage, wie wir auf die zurückgehende Schülerzahl reagieren können. Es können heute viele Schülerinnen und Schüler mit der mittleren Reife eine Ausbildung beginnen, aber dennoch wählen viele die HBF mit dem Ziel, neben der Ausbildungsreife auch die Fachhochschulreife zu erlangen. Die meisten Schülerinnen und Schüler schaffen das auch, aber ca. ein Drittel schafft dieses Ziel nicht. Es gibt z.B. die Schülerinnen und Schüler im Bereich der Sozialassistenten, die mit dem späteren Abschluss ihrer Erzieherausbildung die Fachhochschulreife erwerben können und deshalb diese in der HBF nicht benötigen. Das ist eine Gruppe von etwa 2000 Schülerinnen und Schüler. Dann gibt es die kleine Gruppe Polizeidienst und Verwaltung, die den Abschluss schaffen müssen. Für Schülerinnen und Schüler aus dem labortechnischen Bereich dient der Besuch der HBF eher als Ausbildung, denn diese bewerben sich mit dieser Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt, erklärte Walter Wahl.

Ein Problem der aktuellen HBF ist die große Zahl von 24 Fachrichtungen. So werden gerade an kleinen Schulen die Klassen immer kleiner und es muss dann noch nach Fachrichtungen unterteilt werden. In der Reform der HBF ist darum nach Angaben von Walter Wahl geplant, die Zahl der Fachrichtungen auf neun zu reduzieren. So könnten die Schulen Schwerpunkte setzten, denn die Idee der 24 Fachrichtungen mit Kammerprüfung hat den Schülerinnen und Schülern nichts genutzt. Auch solle die Fachhochschulreife von der HBF entkoppelt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen selbst entscheiden können, ob sie die FH-Reife erwerben wollen oder nicht. Durch die Abwahl könnten den Schülerinnen und Schülern negative Erlebnisse, wie das Nichtbestehen der FH-Reife erspart werden. Somit nähmen nur diejenigen am FH-Reifeunterricht teil, die eine Chance und den Willen haben, diese zu erwerben, so Walter Wahl.

Das Praktikum soll einmal pro Woche über das Schuljahr verteilt stattfinden. Die Schulen könnten das Praktikum aber auch im Block außerhalb der Ferien organisieren. Dann bekämen die dort unterrichtenden Lehrkräfte einen entsprechenden Arbeitszeit-Faktor, da sie in der Praktikumszeit nicht in den Klassen unterrichten würden. So werde ein Unterrichtstag eingespart. Das Praktikum solle im Berufsbezogenen Unterricht vor- und nachbereitet werden und ansonsten unbegleitet stattfinden. Walter Wahl führte weiter aus, dass in Rheinland-Pfalz 2.000 Landesstellen eingespart werden sollen, von den ca. 45.000 Lehrkräftestellen insgesamt 310 Stellen. Die Reform der HBF sei ein gutes Angebot für die Schülerinnen und Schüler und es würden dabei auch Lehrkräftestellen eingespart. In welchem Ausmaß diese Einsparungen stattfinden, sei allerdings noch nicht abzusehen und auch nicht der Hauptantrieb der Reform.

HBF Reform 2017 2Für HarryWunschel klingen die Ausführungen von Herrn Wahl im ersten Moment positiv, aber er sieht zahlreiche Punkte, die der Attraktivität der HBF zukünftig eher schaden. Ausgangspunkt war die Expertenkommission, wobei die Vertreter der Wirtschaft diese Schulform eigentlich eher abschaffen wollten. Die Expertenkommission hatte dann aber zusammen mit den Kammervertretern beschlossen, dass diese sich nur entsprechend der demographischen Entwicklung verändern sollte. Einen besonderen Eingriff in die bestehende Schulform wurde nicht beschlossen.

Bei einem ersten Aufschlag zu einer Reform der HBF sollte es eine Mindestschülerzahl von 25 Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr geben. Im Vergleich zur FOS mit durchschnittlich 19 Schülerinnen und Schülern ist die HBF mit durchschnittlich 24 Schülerinnen und Schülern ohnehin die Schulform mit der höchsten Schülerzahl pro Klasse. Für Gymnasien und IGS wurde etwa im selben Zeitraum die Klassenmesszahl in der Orientierungsstufe ebenso wie schon für die RS+ auf 25 herabgesetzt. Dabei bedeutet die Klassenmesszahl nicht die Mindest- sondern Höchstschülerzahl. Gegen diesen Reformvorschlag hatte sich der vlbs erfolgreich gewehrt.

Vor ca. 2,5 Jahren kam dann der nächste Reformvorschlag. Um einen Schwerpunkt einrichten zu dürfen, hätte eine Schule zwei Klassen im ersten Jahr benötigt. Daneben sollten die Schülerinnen und Schüler als eine Eingangsvoraussetzung mindestens die Note befriedigend in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch erreicht haben. Das hatte einen großen Aufschrei zur Folge, denn dadurch hätten die HBF nach Berechnungen des vlbs und nach einem Brief der zuständigen Referentin im Bildungsministerium ca. ein Drittel der etwa 9.000 Schülerinnen verloren, da sie die Notenvoraussetzungen nicht erfüllen. Die notwendige Zahl an Ausbildungsplätzen stand den betroffenen Jugendlichen aber nicht zur Verfügung. Daraufhin wurde diese HBF-Reform zurückgezogen.

Im Mai 2016, direkt nach der Landtagswahl kam dann die 3. Variante der HBF-Reform, mit welcher die berufsbildenden Schulen gleichzeitig ihren Anteil an den 310 Lehrkräftestellen leisten sollen. Somit steht für den vlbs fest, dass diese HBF-Reform im Wesentlichen ein Sparmodell darstellt. Durch Kürzungen in der Stundentafel werden nach Berechnungen bei 364 HBF-Klassen ca. 60 Lehrkräftestellen gestrichen werden können, ohne Betrachtung der Schülerrückgänge beim FH-Reifeunterricht!

Dabei betrifft die Stundenkürzung mit Mathematik und den Fremdsprachen in erster Linie die allgemeinbildenden Fächer und somit die allgemeinbildenden Lehrkräfte. Die Schülerinnen und Schüler brauchen aber dringend diese Stunden und wenn sie nur als Ergänzungsunterricht für die Fachhochschulreifeprüfung angeboten werden. In den letzten zwei Jahren ist die Schülerzahl in der HBF von 9.800 auf unter 9.000 gesunken, was alleine schon eine Einsparung von 32 Lehrerstellen bedeutet. Wenn man die 310 Stellen, die eingespart werden sollen ins Verhältnis zu allen Schulformen setzt, so müssten die BBS ca. 42 Stellen einsparen. Durch den Schülerrückgang in der HBF sind schon 32 Stellen eingespart. Es müssten somit noch ca. 10 Stellen eingespart werden und nicht ca. 60 Stellen. Wenn aber gerade im allgemeinbildenden Bereich die Stellen eingespart werden, so müssen die dort unterrichtenden Lehrkräfte in Zukunft mit Abordnungen oder gar Versetzungen rechnen, so Harry Wunschel.

Ein weiteres Problem dieser Reform ist das vorgesehene Praktikum an einem Tag pro Unterrichtswoche. Viele Betriebe nehmen aber für einen Tag pro Woche keine Praktikanten, weshalb ein Blockpraktikum weiterhin möglich sein muss. Die Projektarbeit wird in Zukunft durch eine Berichtsarbeit, welche in den Betrieben erstellt wird, ersetzt. Die bisher vorgesehenen Unterrichtsstunden für die Projektarbeit entfallen und die Begleitung des Praktikums und das Anfertigen der Berichtsarbeit soll unter der „allgemeinen Betreuung der Lehrkräfte“ laufen und keine Anrechnungsstunden mehr erhalten. Wenn es eine HBF-Reform geben soll, dann muss sie pädagogisch und didaktisch sinnvoll sein, betont Harry Wunschel. Den Schülerinnen und Schülern muss mit einer ausreichenden Stundentafel weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, die FH-Reife erreichen zu können. Wenn aber nur die Assistentenausbildung bleibt, dann ist die Qualität und Attraktivität dieses Bildungsganges in Gefahr. Der vlbs kämpft dafür, dass diese Reform nicht so umgesetzt wird, wie sie derzeit geplant ist.

Zu Beginn des sich anschließenden konstruktiven Streitgespräches zwischen Walter Wahl und Harry Wunschel warf Willi Detemple als Moderator die Frage in Richtung Walter Wahl auf, was die neue HBF attraktiver mache, so dass sich die Eltern im Hinblick auf ihre Kinder für diese Schulform entscheiden würden? An Harry Wunschel gerichtet, fragte Willi Detemple, was die neue HBF weniger attraktiv machen würde.

Walter Wahl antwortete, dass sich Schülerinnen und Schüler zum Teil für die HBF entscheiden würden, die noch keine so gute Berufsorientierung haben, die sie jedoch bräuchten, um abwägen zu können, eine duale Ausbildung zu beginnen. Für viele seien die zwei Jahre eine Zeit des Nachdenkens um sich im Anschluss für eine duale Ausbildung zu entscheiden. Darum, so Herr Wahl, soll der Fokus mehr auf die vollschulische Berufsausbildung gelegt werden. Viele wollen nach der HBF eine Berufsausbildung anschließen und brauchen deshalb keine FH-Reife oder es ist einem Teil auch zu schwer. Die Option für den FH-Reifeunterricht soll jedoch bleiben. So wird diesen Schülerinnen und Schülern ein Misserfolgserlebnis erspart. Aber für alle gilt, dass sie nicht nur den schulischen Teil sondern die volle FH-Reife an der HBF machen können, was sehr attraktiv für viele Schülerinnen und Schüler ist, so Walter Wahl.

Harry Wunschel entgegnete, dass zwei Jahre HBF als reine Berufsorientierung doch etwas wenig sei, da muss noch mehr dazu kommen. Bisher war die Stärke der BBS immer die berufliche Qualifizierung gemeinsam mit einem höheren Bildungsabschluss. Die BBS braucht deshalb eine starke Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, die FH-Reife ablegen zu können. Aus Sicht von Harry Wunschel kann nicht die Schülerklientel mit dem höchsten Förderbedarf im Vergleich zur BOS I oder der FOS mit dem geringsten Stundenansatz zum selben Ergebnis der FH-Reife gebracht werden. Es droht in Zukunft, dass ein deutlich höherer Schüleranteil als das derzeitige Drittel die FH-Reife nicht schaffen wird, obwohl sie bei entsprechender Förderung diese schaffen könnte. Darunter wird die Attraktivität der HBF deutlichen Schaden nehmen, ebenso wie durch die Ein-Tages-Praktika pro Woche. Wenn man die HBF-Reform als Weiterentwicklung begreift, darf man sie nicht als Sparmodell verkaufen. Man muss alle pädagogischen Mittel ausschöpfen und einbringen, denn nur so hilft man den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Kolleginnen und Kollegen, so Harry Wunschel.

Auf die Frage von Willi Detemple, warum sich Eltern für ihre Kinder für die HBF anstelle der FOS an RS+ entscheiden sollen, antwortete Walter Wahl, dass es in der HBF möglich sei, die echte Fachhochschulreife zu erwerben und nicht nur den schulischen Teil. Sollte das für die Schülerinnen und Schüler zu schwer sein, dann können diese entsprechende Fächer abwählen und sich auf die Assistentenausbildung konzentrieren, um diese entsprechend gut abschließen zu können, damit sie eine bessere Ausgangsposition bei der Bewerbung für eine duale Ausbildung haben. Dadurch müssen etwa ein Drittel der Schüler nicht mehr scheitern, da sie selbst entscheiden können, bis zur FH-Reife weiter zu machen oder nicht. Für die Schulen ist es attraktiv, da sie damit werben können, dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin die Fachhochschulreife erwerben können, es aber nicht müssen. Dabei sei die HBF-Reform kein Sparmodell und es werde nicht eine Klasse zugemacht werden. Jede bestehende Klasse wird weitergeführt. Allerdings werden die Schüler durch längere Praktika etwas weniger Unterricht haben. Es wird eine pädagogische Reform, bei der auch Einsparungen erreicht werden, die aber nicht die ausschlaggebende Motivation für die Reform sind, so Walter Wahlt.

Harry Wunschel konterte, dass eine HBF durchschnittlich 24 bis 25 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse habe, während die FOS mit 19 bis 20 Schülerinnen und Schülern starten darf. Darüber hinaus bekomme die FOS im Gegensatz zur HBF die notwendigen allgemeinbildenden Stunden, die für die Fachhochschulreife benötigt werden. Nachdem die Schülerzahlen in der FOS stagnieren, wird sogar im Bildungsministerium darüber nachgedacht, weitere Fachrichtungen für bestimmte Standorte zu ermöglichen. In der HBF will man dagegen freiwillig auf Unterrichtsstunden verzichten. Da das Erreichen der FH-Reife für viele zu schwierig wird, verstärkt sich der Frust der Schülerinnen und Schüler. Außerdem ist eine zweijährige Berufsorientierung, bei der am Ende nur ein Assistentenabschluss mit einer meist geringen Anerkennung in der Wirtschaft steht, so wenig, dass sogar ein Auslaufen einiger Fachrichtungen der HBF droht, so Harry Wunschel.

Als weiteren Aspekt sprach Willi Detemple die Einstellung von zahlreichen Lehrerinnen und Lehrer mit zwei allgemeinbildenden Fächern an. Auch die BBS-Studienseminare seien voll mit Referendarinnen und Referendare mit zwei allgemeinbildenden Fächern, die an den ABS-Seminaren keine Stelle bekommen haben. Vor dem Hintergrund der Einsparung von allgemeinbildendem Unterricht im Bereich der HBF stellt Willi Detemple die Frage, was mit diesen Lehrkräften zukünftig geschieht.

Walter Wahl berichtet, dass diese Lehrkräfte eingestellt wurden, weil sie benötigt wurden und dadurch die Unterrichtsversorgung verbessert wurde. Es fällt zurzeit im Landesdurchschnitt an BBS nur noch ca. 3% Unterricht aus. Die Lehrkräfte mit zwei allgemeinbildenden Fächern müssen weder Angst haben arbeitslos zu werden noch an eine andere Schule versetzt oder abgeordnet zu werden. Da die Schülerzahlen rückläufig sind, werden zukünftig allerdings keine Allgemeinbildner mehr eingestellt werden können. Was die BBS braucht sind junge Menschen mit berufsbildenden Fächern und dafür werben wir, so Walter Wahl.

Nach Aussagen von Harry Wunschel sind in den letzten Jahren 32 FOS mit ca. 2.000 Schülern und in den letzten zwei Jahren 27 neue IGS-Oberstufen entstanden. Das spüren berufsbildenden Schulen, denn die Schülerzahlen sind in Konkurrenz zu den neuen Standorten teilweise sehr stark zurückgegangen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen.

Willi Detemple ergänzte, dass aus seiner Sicht die FOS gepuscht würden und die HBF-Reform Leitplanken für die negative Entwicklung der HBF aufbaut. Auch die Entwicklung der beruflichen Gymnasien sei problematisch, da die Anmeldezahlen und somit auch die Schülerzahlen zum Teil extrem stark rückläufig seien. Aus seiner Sicht ist die BBS wieder die Schulart, die als Steinbruch genutzt wird.

Aus Sicht von Walter Wahl wird versucht, die Klassen in den FOS so groß zu machen, wie sie sein sollten. Die Klassenmindestzahl von 50 für zweizügige Bildungsgänge gilt nicht nur für das berufliche Gymnasium, sondern auch für die FOS. Es besteht mittlerweile die Bereitschaft, FOS zu schließen, die diese Voraussetzung nicht erfüllen. Für die einzelnen Schularten gelten die gleichen Regeln, diese dürfen aber nicht unterschiedlich angewandt werden, so Walter Wahl.HBF Reform 2017 4

Im dritten Teil der Veranstaltung kam dann das anwesende Publikum zu Wort. Einige Wortmeldungen brachten zu Ausdruck, dass sie nicht dafür zuständig seien, die Schüler vor Enttäuschungen zu schützen. Enttäuschungen gehörten zum Leben dazu und wenn Schüler versuchten, die FH-Reife zu erwerben, dann könne es auch sein, dass sie es nicht schaffen, aber wenn es erst gar nicht versucht würde, würde zwar keiner enttäuscht, aber die Möglichkeit es vielleicht doch zu schaffen auch nicht genutzt, so der Tenor.

Die Anwesenden brachten auch Beispiele, wie in andern Bundesländern mit dem Thema HBF umgegangen wird. Alle waren sich einig, dass allgemeinbildende Fächer auch weiterhin einen hohen Stellenwert behalten sollen. Mit dem Hinweis auf die Fremdsprachen versprach Herr Wahl, das Lernmodul Fremdsprachen speziell im Bereich der HBF Sozialassistenz noch einmal dahingehend zu überprüfen, ob es eventuell nicht gestrichen wird.

Durch die Nachfragen bestand die Möglichkeit, das zuvor von Herrn Wahl gesagte genauer erläutert und erklärt zu bekommen. So konnte auch geklärt werden, dass das Gremium, das an den Vorschlägen zur Erarbeitung der HBF-Reform arbeitet aus Mitgliedern des pädagogischen Landesinstitutes (PL) und Mitarbeitern aus dem Ministerium besteht. Aufgrund der Einbindung des Plenums entstanden einige Anregungen, die Herr Wahl mit in die Überlegungen zur Reform einbauen wird.

Zum Abschluss der erfolgreichen Veranstaltung danke Willi Detemple für den Austausch der zahlreichen Argumente und betonte, dass das Positive der Veranstaltung sei, dass Herr Wahl den Input, den er erhalten habe, mit ins Ministerium nehme und Reform der HBF weiter entwickeln wolle, was sich dahingehend zeige, dass er kein finales Konzept präsentiert habe. Willi Detemple bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei Harry Wunschel und Walter Wahl für das konstruktive Gespräch und die zahlreichen Informationen.