Teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte im Schuldienst

Im Vergleich zu vollbeschäftigten Lehrkräften ist die Belastung für teilzeitbeschäftigte Kolleginnen und Kollegen durch schulische Aufgaben außerhalb der gebundenen Arbeitszeit verhältnismäßig größer. Die Teilnahme an z.B. Konferenzen, Dienstbesprechungen, oder Elternsprechtagen macht bei ihnen einen größeren prozentualen Anteil der Arbeitszeit aus.

In der Verwaltungsvorschrift
"Umfang der dienstlichen Verpflichtungen von Teilzeitlehrkräften" vom 02. 03. 1994 (944 A - Tgb. Nr. 1708/92 - GAmtsbl. S. 245) findet man Orientierungsregeln für den Einsatz dieser Gruppe der Lehrkräfte.

Grundsätzlich besteht auch für teilzeitbeschäftigte Lehrinnen und Lehrer die Pflicht zur Teilnahme an schulischen Aufgaben. Jedoch ist im Einzelfall mit der Schulleitung zu erörtern, wie und auf welche Weise diese Kolleginnen und Kollegen entlastet werden können, bzw. wie ein Ausgleich geschaffen werden kann.
In der oben genannten Verwaltungsvorschrift findet man z.B. folgende Regelungen:

Teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte müssen ebenso wie auch alle anderen Lehrkräfte Klassenleitungen mit allen damit verbunden Aufgaben übernehmen.

Für sogenannte "aufteilbare Aufgaben" (z.B. Aufsicht, Vertretungen, ...) ist die Teilzeitlehrkraft anteilig entsprechend ihrer geringeren Unterrichtsverpflichtung zu einzuplanen.

Ebenso sollen eventuelle Springstunden in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Beschäftigung stehen.

Besondere Aufgaben wie z. B. die Leitung einer Sammlung oder die des Sicherheitsbeauftragten usw. soll von der Teilzeitlehrkraft nicht verlangt werden.
Auch zur Teilnahme an mehrtägigen Fahrten sollten sie nicht verpflichtet werden.
Lehrkräfte im Beschäftigungsverhältnis, die an einer mehrtägigen Klassenfahrt teilnehmen, gelten in dieser Zeit als vollbeschäftigt. Die Differenz zwischen der Teilzeitbeschäftigung und der vollen Stundenzahl ist entweder finanziell oder durch Freistellung vom Unterricht auszugleichen.
Für beamtete teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte gilt diese Regelung leider nicht.

Bei der Verteilung von Unterrichtsstunden auf die Arbeitstage sollen die Bedürfnisse der Teilzeitlehrkraft besonders berücksichtigt werden; unterrichtsfreie Tage sollen ermöglicht werden. Wer z.B. mit halber Stundenzahl unterrichtet, sollte nur an drei Wochentagen unterrichten müssen.

Die Erteilung von weniger als zwei Unterrichtsstunden am Tag und ein Einsatz am Vor- und Nachmittag desselben Tages sollen, sofern es die schulische Situation ermöglicht, bei Teilzeitbeschäftigungen vermieden werden.
Dr. Peter Kockelmann